über Gottes Wege mit mir zu diesem Einsatz
Dies wird ein besonderer Post! Während ich in Istanbul nachts auf meinen Anschlussflug wartete hab ich angefangen alles auf zu schreiben und jetzt hier in meiner kleinen Höhle auf Schiff hab ich den Post fertig gestellt. Er ist lang, sehr lang aber er steckt voller Wunder, die Gott für mich in den letzten sechs Monaten parat hatte.
Wir werfen einen Blick in den Rückspiegel und staunen darüber, wie Gott zu verschiedenen Zeiten Ereignisse und Personen in mein Leben gebracht hat um genau diese Zeit zu prägen und zu gestalten. Wenn ich darüber nachdenke kann ich nur dankbar und von Ehrfurcht erfüllt zu meinem großartigen himmlischen Vater blicken. Ich versuche chronologisch und stringent zu schreiben.
2012 habe ich bei ICL die Grundlagenseminare für eine Seelsorge Ausbildung besucht. Michelle hat die gleichen Seminare besucht und wir haben uns flüchtig kennen gelernt. Michelle wird im Januar 2025 die Bühne meines Lebens wieder betreten.
Wir wechseln die Szene und gehen zu meiner Firma JR optimiert. Seit Juli 2019 bin ich bei Jr optimiert als Leih OP-Pflegekraft angestellt. Aus Überzeugung hatte ich mir diese Firma ausgesucht. Die Gründerin, Frau Ruppert hatte das Unternehmen ca. 1999 gegründet und seitdem mit Ihrem Ehemann geführt. Als Leihpflege angestellt zu sein ermöglichte mir neben einem attraktiven Gehalt die Möglichkeit Überstunden an zu sammeln oder unbezahlten Urlaub zu nehmen um z.B. Einsätze mit Mercy Ships zu machen. Im September 2024 jedoch hatte ich ein ziemlich enttäuschendes, erfolgloses Gespräch mit Frau Ruppert über eine Gehaltserhöhung. Im Endeffekt sprangen für mich netto 5!!Euro mehr raus. Ich habe keine Nullen vergessen!!
Nun gut, frustriert schluckte ich die Kröte.
Am 13. Oktober 2024 wurde in meiner Gemeinde prophetisches Gebet angeboten. Ich buchte mir einen Slot und in diesem prophetischen Gebet ermutigte mich jemand mit dem Zuspruch „Gott lässt mir sagen: wir (Gott Vater, Gott Sohn und Gott heiliger Geist) machen dir den Weg frei. Die Person hatte den Eindruck es bezieht sich auf die Arbeit und jemand der mir Mühe macht wird die Firma vor mir verlassen. Aber Gott wird mir eine Tür öffnen und ich werde genau wissen „ das ist der Weg, den geh“ .
Zu diesem Zeitpunkt konnte ich damit überhaupt gar nichts anfangen. Ich hatte einen unbefristeten Arbeitsvertrag und Mühe machte mir nur die Gründerin des Unternehmens und die wird IHR Unternehmen doch wohl nicht verlassen.
Doch nur zwei Wochen später kam eine einfache Mail, dass meine Chefin und ihr Mann das Unternehmen verlassen hätten und alle Verantwortlichkeiten abgelegt hatten.
Was war passiert? Meine Chefin hatte das Unternehmen wohl an einen Investor verkauft mit dem Ziel als Geschäftsführung weiterhin in der Firma zu bleiben aber da muss etwas gravierendes vorgefallen sein und plötzlich war meine Chefin , die mir Mühe gemacht hatte weg.
Ich erlebte sehr viel Trost und Mut und Zuversicht durch das Versprechen von Gott, dass ER persönlich meinen Weg frei machen würde…..little did I know wie dieser Weg aussehen würde.
Zunächst lief alles ganz ruhig weiter
Ich war im Bundeswehrkrankenhaus in Ulm gebucht und genoss den kurzen Arbeitsweg sehr.
Im Januar 2025 war ich zum Schneeschuh wandern und Ski fahren auf dem Tauernhof in Österreich und wenn treffe ich da wieder? Michelle!!Wir haben mega gut connected und was mich an Michelle besonders begeistert ist einerseits ihr brennendes Herz für Jesus und andererseits ihre erfrischende und ermutigende Art. wir tauschten Nummern aus und blieben in losem Kontakt. „Natürlich“ hatte ich ihr von Mercy Ships und seiner Mission erzählt und dass ich im März & April an Bord der Africa Mercy sein würde als Team Leader für das plastisch rekonstruktive Camp. Nach meinem Einsatz hab ich auch gleich zugesagt dass ich 2026 gerne wieder komme. Sie sollten mir nur als bald als möglich die Daten des Camps durch geben...wegen der Planung ;)
Ich war also ab Mai wieder in Deutschland im OP unterwegs und sammelte bis Ende des Jahres durch Nacht-und Wochenenddienste an die 200 Überstunden für den nächsten Einsatz auf dem Schiff.
Im Juli 2025 war klar, dass ich meine Gebärmutter entfernen lassen sollte. Okay, dachte ich und schaute durch meinen Terminkalender.
12 Januar 2026 schien mir der perfekte Tag dafür. Bis Ende Dezember war ich am BWK in Ulm gebucht, bis zum 11Januar hatte ich Urlaub und nach der OP sollte ich ca. sechs Wochen zu Hause sein. Perfekt dachte ich dann starte ich im März 2026 wieder frisch erholt wieder in den Job. Letztendlich wurde der Termin für den 14.01.26 fixiert. Check dachte ich, alles organisiert, alles im Lot. I like ….. und wieder, little did I know…..
Irgendwann im September 2025 überlegte ich mir dann was ich mit meinen drei Wochen Urlaub über Weihnachten und Silvester machen wollte. Nach Israel wollte ich. Zu Zedakah , zu Reni (mit der ich in Uganda schon zusammen gearbeitet hatte). Ich bewarb mich um eine Stelle als Volontärin, wurde genommen und begann nach Flügen zu schauen. 600 Euro kosteten sie und mir erschien das viel zu viel und so buchte ich nicht und hatte die Gelegenheit zu beobachten wie die Preise stiegen und stiegen...oh Weia dachte ich mir da.
Es wurde November, ich hatte immer noch keinen Flug gebucht und ich betete „Gott, lass die Preise nochmal auf 600 Euro fallen, dann buche ich sofort, versprochen.“
Zurück zur Arbeit, an einem Dienstag Abend erhielt ich von der Arbeit eine Einladung zu einem Teams Meeting für den nächsten Tag um 17 Uhr. Die neue Geschäftsführung wollte sich vorstellen. Viel zu kurzfristig kam dieses Meeting für mich. Um 19Uhr wollte ich das Tanzbein schwingen aber nach der Arbeit und vor dem Tanzen hatte ich ein kurzes Zeitfenster. Ich checkte die Flüge und siehe da, die Preise waren auf 600Euro gefallen. Flink buchte ich meinen Flug nach Israel und schwang umso beschwingter das Tanzbein.
Als ich wieder zu Hause war hatte ich eine Nachricht meiner Kollegin auf dem Handy „ wir müssen reden, es gibt Neuigkeiten.“
Lange Geschichte kurz: mein Arbeitgeber war in die Insolvenz geraten und das schon seit Oktober. Der Plan des Unternehmens war es die Monate Oktober- Dezember in der sogenannten Vorinsolvenz zu sein und dann ab Januar 2026 Geld für die Sanierung des Unternehmens von der Bank zu bekommen.
Unglaublich dachte ich nur immer wieder aber das Wissen um die Ermutigung aus dem prophetischen Gebet „Gott wird mir den Weg frei machen und ich werde es wissen durch welche Tür ich gehen soll, stärkte mein Vertrauen in Gottes Weg ungemein.. Jetzt hieß es vertrauen und wachsam sein. Ich entschied mich glaubend Gott zu loben und war sehr zuversichtlich dass der ganze Spuck ab Januar, wenn das Geld der Bank da war, vorbei sein würde. Eine ganz leise Vermutung dass es auch anders werden könnte spuckte zwar von Zeit zu Zeit durch meinen Kopf aber...nein das wird schon nicht sein…..little did I know….
Mein Flug nach Israel war für den 22ten Dezember gebucht. Am 11.12 wurde wieder von meiner Firma, für den den 12.12 morgens um 10 ein Teams Meeting angesetzt in welchem wir von dem Insolvenzverwalter in knappen , kühlen Worten darüber informiert wurden, dass die Bank uns kein Geld gibt, die Firma deshalb ab Januar keine Löhne mehr zahlen kann und wir deshalb ab 01.01.26 nicht mehr zur Arbeit kommen müssen. Der Arbeitsvertrag würde noch bis Ende März laufen, aber ab Januar würde ich mich eben arbeitslos melden müssen. Ich als OP Pflegefachkraft arbeitslos???? Bei dem Pflegenotstand???? Wie getragen und getrost erlebte ich mich auch in dieser Zeit durch die Ermutigung von dem prophetischen Gebet und wieder sprach ich Gott mein Vertrauen aus. Er war in der Vergangenheit immer treu. Wieso sollte er es jetzt nicht sein?! Am 13.12. hatte ich dann noch einen 12h Dienst und hatte da meine erste und letzte Blutdruck Krise….die besondere Situation war an meinem Körper angekommen. Also ließ ich mich ab dem 15.12 krank schreiben und beantragte eine Reha. Meine Überlegung war folgende: nach der OP war ich bis Ende Februar arbeitsunfähig und da ich schon seit 2017 ein sogenanntes Schulter – Arm Syndrom hatte wäre der Monat März noch bestens für eine Reha geeignet und dann ab April ein neuer Job bei einer neuen Firma. Der Plan schien mir gut. Ich liebe Pläne, da weiß ich so zu sagen wo ich dran bin ;) . Ich meldete mich arbeitslos….what a feeling….
Und dann begann ich zu realisieren...aufgrund der Insolvenz hatte ich meine 200 Überstunden verloren. Diese Stunden hatte ich mir an Wochenenden oder in Nachtdiensten im OP hart erarbeitet mit dem Ziel damit meinen nächsten Mercy Ships Einsatz zu finanzieren. Das Datum für das nächste Camp auf dem Mercy Ships stand fest: Juli&August 2026.
Da gab es einen Hacken in meinen Überlegungen. Wie soll das gehen? Erstens wie soll ich die zwei Monate finanzieren wenn ich ab jetzt nur noch 60%meines Gehalts bekomme und meine erarbeiteten Überstunden einfach perdü sind und wie soll das gehen wenn ich ab April einen neuen Job habe? Ich kann doch nicht sagen“ ah ja ich fange gerne bei euch an aber im Sommer brauche ich zwei Monate frei“ Nein, das geht nun wirklich nicht, nein, ehrlich wie soll das gehen????
Also setze ich mich am 17.12 hin und erklärte in einer e-mail an Mercy Ships Deutschland die ganze Situation mit der Bitte schon mal nach einem neuen Team Leader zu suchen. Es wäre unfassbar schlimm für mich gewesen wenn das Camp mangels Team Leader abgesagt werden müsste. Das ist in der Vergangenheit leider traurigerweise schon passiert.
Und nun betritt Gott majestätisch souverän aber auch väterlich, um mein Vertrauen bittend, die Bühne.
Keine zwei Stunden nach meiner e-mail ruft mich Verena aus dem deutschen Mercy Ships Büro an und sagt mir mit schlichten aber tiefen Worten: Bettina, für dich ist heute eine Spende eingegangen in Höhe von 750Euro. -Michelle- einfach so!!! Echt jetzt ? Ehrlich? Unglaublich!!!! Bei dem Gedanken an dieses perfekte Timing bekomme ich immer noch Gänsehaut. Ich werde den Moment nicht vergessen wie ich da an meinem warmen Ofen stand und Gottes werben um mein Herz um mein Vertrauen spürte mit der Antwort auf meine Fragen: „ICH KANN und ICH WERDE dir den Weg frei machen. Vertraust du MIR? ICH sorge für dich und ICH WERDE für dich sorgen!
Und so sagte ich Verena zu. Ich wusste nicht wie ER es tun würde aber ich wusste und ich glaubte „ER wird es tun.
Was folgte war eine gespannte aber auch entspannte, aktive und intensive Zeit. Die Zeit in Israel war topp. Die OP verlief topp, in meiner Rekonvaleszenz schrieb ich Bewerbungen und fuhr zu Bewerbungsgesprächen anstatt auf dem Sofa zu liegen und Bücher zu lesen. Die Reha war topp. Den neuen Job startete ich im Mai und nicht im April, nicht bei einer Leihfirma sondern in Festanstellung.
Ein paar mehr kleine und große Berge hat Gott mir noch aus dem Weg geräumt und hey, es ist Anfang Juli und ich bin auf dem Mercy Ships im Einsatz.
P.S. und die Finanzen? Wie finanziere ich nun meinen unbezahlten Urlaub? Für meinen Einsatz hier muss ich ja tatsächlich nichts bezahlten, nur meine Zeit schenken, aber zu Hause laufen ja alle kosten weiter. Auch hier hat mich eine einfache Idee von Michelle weitergebracht. Sie fragte mich ob ich nicht eine kleine Beschreibung meiner Arbeit an Bord des Schiffes machen könnte welches sie Freunden und Bekannten gerne schicken wollte. Also machte ich diese Beschreibung, schickte es Michelle und gleichzeitig Freunden, Gemeinde, Familie und ich kann euch sagen ich bin von aller eurer Großzügigkeit mehr als überwältigt. Danke, Danke von Herzen Gott segne euch reichlich dafür.