Bess´ Reise mit Mercy Ships

PRC screening day..what a day

wooohooo, was für ein Tag!!! Der erste screening Tag von PRC in diesem Einsatz auf MAdagaskar. Für die Betroffenen, die es bis hier her geschafft haben ist er wie das große Finale. Die letzendliche Entscheidung ob Ja oder Nein wird von dem betreffenden Chirurgen an diesem Tag getroffen. Bis zu diesem Tag haben die Betroffenen schon eine Sichtung durch ein Team vor Ort gehabt. Termine wurden vergeben wann sie am Schiff sein werden. Der Transport wurde organisiert, da sie aus ganz Madagaskar kommen. Schon im laufe der letzten Woche kamen sie alle am sogenannten Hope Center (Hoffnungszentrum) bei uns in Tamatave an.

Das Hope Center sind Gebäude die Mercy ships für die Patienten vor und nach der OP für die Versorgung derjenigen nutzt die nicht mehr auf Station auf dem Schiff sein müssen. Z.B. für die, die noch Physiotherapie oder Handtherapie oder oder brauchen. Unsere Patienten wurden dann heute Morgen zu uns ans Schiff gebracht. An Dock haben wir klimatisierte Zelte (wie mobile Kliniken ) aufgebaut wo wir in einer kleinen Ecke hiter einer Spanischen Wand saßen und die Patienten gesehen haben. Wir das sind Dr. Tertius, seine Asisstentin, eine Pflegekraft aus der OP Vorbereitung . eine Übersetzterin Juli, eine OP Pflegekraft , die mal TeamLeader werden soll und heute zugeschaut hat und ich.

Jeder von uns hatte eine Liste mit persönlichen Daten der Patienten und einer nach dem anderen wurde rein gerufen untersucht und dann entweder für weitere Untersuchungen zum Röntgen oder CT aufs Schiff geschickt oder direkt ein "Go" bekommen. Ihre Anspannung , wenn sie rein kamen konnte man sehr deutlich spüren. hier ging es für sie um alles. Diese kleine Ecke in dieser mobilen Klinik bedeutet für sie entweder die Erfüllung einer unglaublich lang gehegten Hoffnung oder eben das Ende dieser Hoffung.

26 Patienten haben wir heute gesehen. Da kam der alte 70 jährige. hagere Bauer.Er hatte seine besten Kleider an und einen neuen Strohhut auf seinem Kopf. Schüchtern, zum Boden blickend nahm er auf dem Stuhl Platz. Seit 30 Jahren wuchs ein Tumor von seinem Nacken den Rücken hinunter und hatte inzwischen die Größe eines gr0ßen Basketball erreicht und wiegt sicherlich einige Kilo (nach der OP kann ich euch dann schreiben wie viele Kg) Ja wir können dich operieren, wir können dir diese Last vom Rücken nehmen sagte Dr.Tertius. Er war immer noch schüchtern, aber in seinen Augen funkelte etwas. Ich glaube es nennt sich Hoffnung und beschwingter ging er nach Draußen. Eine junge Frau mit Sonnenbrille und ein freundlich aussehender junger Mann nehmen Platz. Ob es ihr Bruder, oder Partener ist, ich weiß es nicht, aber ich freue mich dass sie nicht alleine kommt. Nimm bitte die Brille ab sagt Dr. Tertius und da sieht man es ganz offensichtlich. Sie kann ihre Augen nicht schließen. Sie hatte Säure ins Gesicht bekommen. " Wir können da was machen sagt der Arzt weiter. Wir werden etwas Haut von vor oder hinter dem Ohr nehmen und damit deine Augenlieder wieder herstellen. Das breiteste und schönste Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus und man konnte den schweren Stein der Anspannung förmlich runterfallen hören. Eine andere junge Frau nimmt Platz. Sie scheint besonders angespannt zu sein. Sie leidet an einem großen tumor an ihrer li Hüfte /Gesäß . "Ja wir können das für dich weg machen sagt Dr. Tertius. Die junge Frau fängt vor Erleichterung an zu weinen und betet und dankt Gott und kann ihr Glück nicht fassen. Sie fliegt förmlich nach draußen und teilt ihr großes Glück. Sie war so angespannt gewesen, weil sie im Hope Center eine andere Frau mit einem ähnlichen Tumor getroffen hatte, aber dieser Frau wurde kein "GO" zur OP gegeben. Der Hintergrund war, dass die andere Frau epileptische Anfälle im Hope Center hatte und eine OP deshalb für sie zu gefährlich hier in Madagaskar ist. Dann war da dieser junge Mann dem sein Tumor (Neurofibrom) über das li Auge gewachsen war. Er kann mit dem Auge noch etwas verschwommen sehen. Das CT hat gezeigt dass der Tumor bereits um das Auge herum geachsen ist. Wenn man nicht operiert bedeutet es dass der Tumor über kurz oder lang bis ins Gehirn vordringt. Wenn man operiert wird er dabei sein Auge verlieren. So eine Nachricht überbringt man nicht einfach so. Wir haben jemanden aus dem Seelsorgeteam geholt ihm die Situation geschildert und er wird nun mit dem Patienten sprechen. und noch einige mehr Patienten.

Für morgen haben wir unsere ersten zwei Patienten im OP. Der erste ist ein 7Jahre alter Junge, der Verbrennungen seines Ellenbogen und Achsel hat und wir werden einen Teil seines schrägen Rückenmuskels nehmen und etwas Haut von seinem Oberschenkel und die Verkürzungen damit beheben mit dem Ziel dass er seinen Arm wieder strecken und benutzen kann. Der zweite Patient, ein junger Mann hat auch etwas am Auge, wir werden eben etwas Haut von hinter dem Ohr nehmen und sein Augenlied rekonstruieren.

In zwei Wochen ist wieder screening. Bis dahin werden wir im OP gut beschäftigt sein. Danke wenn du für unsere wertvollen Juwelen betest. Für erfolgreiche OPs und Heilung von Inneren (seelischen) und äußeren Wunden. Viele Grüße von einer glücklichen, dankbaren Bess.