meine letzte Woche auf der africa mercy ....
...hab ich mir so nicht vorgestellt! Nachdem ich letzten Samstag und Sonntag von meinem Energielevel her auf dem aufsteigenden Ast war lieg ich seit Dienstag flach, bzw. bin sprach- ähhhh stimmlos. Aber dazu später mehr. Erstmal zu Sonntag. Zu Olidio :) Der Gottesdienst im Hope Center startet um 9:30. Ich war (natürlich) schon gegen 9Uhr da in der Hoffnung noch ein bisschen mehr Zeit mit Olidio zu haben. Ich habe nicht schlecht gestaunt als bereits um 9 das gesamte Zelt (in welchem der Gottesdienst statt fand) voll besetz mit Patienten war. Der Anblick hat mich sehr berührt. Wartende Menschen die von Jesus hören wollten. Und ja da saß auch Olidios Mama mit Olidio. Er hatte keine Krankenhausklamotten mehr an und ein breites lächeln breitete sich in seinem Gesicht aus als er mich sah. In meinem natürlich auch :) Der Abschied fiel uns allen dann recht schwer. Mama Olidio fragte mich ob ich Olidio meine Sonnenbrille zum Abschied schenken könnte. Wenn die Sonnenbrille das ist was bleibt, may it be. Es ist, genau so wie die strenge Vorgabe keine Patientenfotos mit der eigenen Kamera zu machen auch eine Vorgabe Patienten keine Geschenke zu machen. Der Hintergrund ist, dass es zwischen den Patienten zu Neid und Ungerechtigkeitsempfindungen kommen kann. Das kann ich auch sehr gut verstehen und so hoffe ich, dass diese Sonnenbrille das nicht auslöst. Auch noch einige andere Patienten konnte ich sehen und mich verabschieden.
Dann plötzlich am Montag Abend hat sich mein Gesundheitsfähnchen wieder gedreht.
Am Dienstag Morgen wollte ich im Speisesaal zurück grüßen und merkte das da gar kein Ton raus kam...naja, lange Geschichte kurz diese letzte Woche hab ich nur am Montag gearbeitet und bin seither mit Tee trinken, Salzwasser gurgeln, schlafen und packen beschäftigt.
Auch wenn es mir wirklich nicht so leicht fällt "still zu halten" ,ist dies doch die beste Woche für krank sein. Letzten Freitag war ich mit meiner Team Leitung für die Kinderchirurgie fertig und diese Woche war ich mehr als Pausenablösung und Unterstützungskraft eingeteilt.
Ich bin so unendlich dankbar, dass ich während des PRC Camps fit war.
Nur meinen Bericht im medical inservice konnte ich gestern nicht halten. Jeden Mittwoch Abend haben wir an Bord einen medical inservice.
Irgendjemand hält meist zu einem medizinischen Thema einen Bericht.
Ich wollte über meine Zeit in Uganda und was ich da so gelernt hab berichten..
Aber Andy Dent ist spontan eingesprungen. Wer ist Andy Dent? Oder besser gesagt Prof. Andy Dent? Er ist ein Physiker aus England der hier an Bord bei der Essenausgabe und Spülen hilft. Seine Frau Gabriell ist Kinderkrankenschwester und hat schon einige Einsätze auf der africa mercy gemacht. Nun ist er im Ruhestand und wollte gerne mit. Diese Stelle war für ihn frei und er hat sie einfach angenommen. Wir haben einige Zeit zusammen im midship verbracht und ich war von seinem Schlusssatz nach seiner Presentation sehr bewegt. Jesus before sience. War seine Antwort auf die Frage warum er nicht noch weiter in der Wissenschaft tätig ist. Wenn Jesus sagt jetzt ist Zeit für was anderes, wie reagiere ich darauf?
Morgen Nacht um 3:30 werde ich dann mit Tabea zusammen das Schiff verlassen und mit einem Fahrer Richtung Norden fahren um um ca. 9Uhr die Fähre zur Ils saint Marie zu nehmen. Von dort aus geht es nochmal auf eine kleiner Insel, die Ils aux nottes. Ein schönes kleines Paradies wo wir in der Aurora Lodge einige Nächte verbringen und dann zurück auf Ils saint Marie nochmal zwei Nächte im Hotel Libertalia. Und natürlich hoffe ich sehr darauf Buckelwale zu sehen :)
Am 12.09 lande ich dann hoffentlich wieder gut in Deutschland.
Ich melde mich bestimmt noch mal aus dem Urlaub.
Aber ich möchte gerne jetzt die Gelegenheit nutzen und euch ganz ganz herzlich für eure Verbundenheit danken. Ob ihr nun finanziell mitgeholfen habt dass dieser Einsatz möglich wurde, oder mit dem Taschen kauf die Alleinerziehenden Arbeit der Frauen mit schwerer Vergangenheit unterstützt habt (dadurch habt ihr beigetragen dass Geld für die Schulgebühren zusammen zu bekommen) damit die Kinder zur Schule gehen können. Damit habt ihr einen sehr wertvollen Beitrag für das Leben dieser Mütter und Kinder geleistet.
Herzlichen Dank dafür.
Danke auch für jeden Anruf, jede Nachricht, jedes Gebet. Eine richtige Ermutigung und Freude für mich.
Viele Grüße und bis bald, Bettina
P.S. wir werden hier an Bord von der nepalesischen Eliteeinheit, den Gurcas, gesichert. Sie leiden natürlich sehr unter der verheerenden Flut die Nepal getroffen hat. Wenn du betest, bete gerne auch für sie und ihre Familien. Danke
