Bess´ Reise mit Mercy Ships

ein freies Wochenende und viel Arbeit an Bord

so gut bin ich in mein langes freies Wochenende gestartet. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag war ich um 23Uhr, 03Uhr und um 7Uhr dran mit der Überprüfung der Durchblutung bei unserem frisch operierten Patienten. Alles war fein und so bin ich frohen Mutes mit sonnigen Aussichten und leichten Herzens um 8Uhr am Freitag Morgen an Dock aufgeschlagen. Da wollten wir ja los... Wir waren zu fünft mit drei Rollern. Das Wetter war gut und ich hab den Wind um die Nase, das Gefühl der Freiheit und Leichtigkeit sehr genossen. Drei Tage off. Kein Dienst, keine OP keine Verantwortung ...schöne Aussichten. Am Nachmittag bin ich dann allein an Strand spaziert. Nicht an den Touri Strand, sondern an den Fischer Strand. Hab gesehen wie hart die Fischer und ihre gesamte Familie arbeiten. Mit ihren einfachen Holzboten fahren sie auf den Ozean hinaus und werfen ihre Netze aus. Dann fahren sie wieder an Land und per Hand ziehen sie die vollen Netze dann an Land. Hintereinander stehen Vater und Sohn und wickeln ein kurzes Stück Holz um das Seil welches vom Netz kommt und ziehen währen sie rückwärts laufen und ihre Hacken in den Sand graben. Eine wirklich schwere Arbeit. Ist das Netz dann an Land sind die Frauen dran. Sie holen alles was sich im Netz verfangen hat raus. Lange saß ich dort am Strand und hab den ungetümen Wellen zugeschaut. Das Wetter war wechselhaft und so hat uns am nächsten Tag auf dem Weg zum Touri Strand ein mächtiger Regenschauer überrascht. Aber so wie der Himmel seine Schleusen geöffnet hat, so hat er dann auch wieder die Sonne strahlen lassen. Isi einer unserer Übersetzer kam am Samstag mit dem Bus nach. Er ist ein tiefsinniger, Sinn suchender Zeigenosse, der gerne über die großen Fragen des Lebens nachdenkt. Das haben wir dann bei einer Dose Bier im Ozean getan. Insgesamt hab ich in diesen Tagen viel geschlafen, gelesen, gegessen und mit Gott am Strand spaziert oder den Ozean genossen. Auf der Heimfahrt hat uns zwei mal ein mega Schauer erwischt. Innerhalb von zwei Minuten waren wir pitschapatsche nass und sie Straße mit ihren großen Pfützen zu unserer Slalomroute. Aber bis wir in Tamatave am Schiff waren waren wir schon wieder trocken.

Felicity war gleich die erste, die ich unten an Dock beim Basketball spielen traf. (Sie ist OP Schwester und war am Donnerstag bei der OP am Tisch) Tertius operiert gerne mit ihr) "Hast du von dem kleinen Jungen ghört?" fragte sie mich. "Nein nichts, war das ganze Woende weg." "Nun er wurde am Freitag und am Samstag nochmal operiert. Die Durchblutung war plötzlich nicht mehr gut." Mir stockte der Atem und mir wurde es ganz anders. Die OP am Samstag dauert insgesamt wohl an die 14!! Stunden.Gott sei Dank war Dr. John aus Österreich noch mit an Bord. Somit waren zwei sehr erfahrene Chirurgen zu Gange. Er sollte am Samstag um 14 Uhr den Flieger nach Antananarivo nehmen. Da waren sie aber noch mitten in der OP. Kurzer Hand hat er seinen Flieger sausen lassen, hat die OP bis abends 22Uhr mit zu Ende gebracht und ist dann nachts um 2 mit dem Shuttel Bus 8h nach Antananarivo gefahren. Was für ein Einsatz!!! Auf der africa Mercy und der Global mercy wurde intensiv für den Jungen gebetet. Er ist auf Intensiv es geht ihm soweit gut und der Lappen ist gut durchblutet. Ich war am Woende einige male mit den Chirurgen in Kontakt, aber keiner hat auch nur mit einem halben Wort etwas von der Situation an Bord erwähnt. Auch keiner von meinem OP Team. Ich war ganz gerührt als sie alle sagten "wir wollten dass du dein Wochenende genießt. -Danke-

Nun bin ich also wieder an Bord, hab die Kabine geputzt, also hauptsächlich das Bad und gesaugt, Wäsche gewaschen und auf Visite mit gegangen.

Jetzt bin ich dann auch schon wieder Bett reif:) Ich danke euch von Herzen wenn ihr im Gebet an Olidion, den 6Jahre alten Jungen denkt und auch insgesamt für die Patienten und die Crew. Wir haben den Eindruck dass es gerade ziemlich stürmt in der unsichtbaren Welt.

Eine schöne Woche und schöne Ferien wünsche ich aus meiner Kajüte, Bess

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